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Drüsiges Springkraut, Bild: Bernd Walser
Drüsiges Springkraut - Blüten und Kapselfrüchte, Bild: Bernd Walser
Japan-Knöterich, Bild: Bernd Walser
Japan-Knöterich - Blätter und Blütenstände, Bild: Bernd Walser
Riesen-Bärenklau, Bild: Thomas Lenhard
Riesen-Bärenklau - Blüten, Bild: Thomas Lenhard
 

Neophyten

Neophyten sind Pflanzen, die ursprünglich nicht in Europa vorkommen und nach dem Jahr 1492, der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, gezielt oder zufällig eingeführt wurden. Aufgrund dessen konnten sie sich in einem Gebiet verbreiten, in dem sie natürlich nicht vorkamen. Als invasive Neophyten werden dabei Pflanzen bezeichnet, die sich negativ auf die Natur, die Wirtschaft oder die Gesundheit des Menschen auswirken und die heimischen Biotope verändern. Bei massenhaftem Vorkommen verdrängen sie konkurrenzschwache heimische Arten oder überwachsen diese, so dass eine natürliche Verjüngung von z. B. Bäumen erschwert wird.

Was ist der Nachteil von Neophyten am Gewässer?

Gewässerbegleitende Neophyten verhindern eine natürliche Ufersicherung durch Verdrängung der heimischen gebietseigenen Pflanzen. Durch die Vielfalt der unterschiedlichen gebietseigenen Pflanzen an naturnahen Gewässern und deren Verwurzelung im Boden wird das Ufer auf natürliche Weise gesichert. Neophyten treten oftmals in Massenbeständen auf und zerstören diese Vielfalt. Eine vollständige Durchwurzelung des Bodens ist somit nicht mehr gegeben, so dass die Uferabschwemmung besonders in den Wintermonaten, wenn die Pflanzen oberiridisch absterben, gefördert wird. Gerade an Deichen führt dies zu Problemen, da die Frühjahrshochwässer an diesen Stellen oftmals große Schäden hinterlassen.

Die am häufigsten an Gewässern vertretenen Arten in Baden-Württemberg sind das Indische bzw. Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), der Riesen-Bärenklau (Heracleum montegazzianum) sowie verschiedene Knöterich-Arten wie z. B. der Japan-Knöterich (Fallopia japonica; Syn.: Reynoutria japonica), der Sachalin-Knöterich (Fallopia sachalinensis; Syn.: Reynoutria sachalinensis) oder der Bastard-Knöterich (Fallopia x bohemica; Syn.: Reynoutria x bohemica). Die folgenden Steckbriefe des Österreichischen Wasser- und Abfallverbandes (ÖWAV) beschreiben die genannten Neophyten inkl. den jeweiligen Standortbedingungen und liefern Informationen zu Problemen, Bekämpfung und Materialentsorgung.

Weitere Neophyten, die nicht unbedingt Standorte in Gewässernähe bevorzugen, aber oftmals auch dort zu finden sind, sind zum Beispiel: Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Robinie (Robinia pseudoacacia), Topinambur (Helianthus tuberosus) sowie weitere Arten.

Weiterführende Informationen zu invasiven Neophyten

  • KORINA - Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts beim UfU e.V. (www.korina.info)
  • Bundesamt für Naturschutz (BfN) - Gebietsfremde und invasive Arten in Deutschland (www.neobiota.de)
  • Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) - Neophyten (www.oewav.at)