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Bezugsquelle Schautafel: www.nabit-gbr.com
Quelle: DVWK-M 247 (1997): Bisam, Biber, Nutria
Fraßbild Biber, Hochrhein bei Schaffhausen (CH)
 

Biber, Bisam, Nutria

Von den drei semiaquatischen Nagetieren an unseren Fließgewässern ist lediglich der Biber einheimisch. Bei Bisam (Nordamerika) und Nutria (Südamerika) handelt es sich um Neozoen, d.h. Tiere die sich in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie bisher nicht vorkamen.

Nachdem der Biber Mitte des letzten Jahrhunderts durch die Jagd ausgerottet wurde, kehrt er seit Anfang der 1990er Jahre an unsere Flüsse zurück. Um möglichen Konflikten vorzubeugen, sind seit 2003 in Baden-Württemberg pro Regierungsbezirk (z. B. Tübingen) je ein/e Bibermanager/-in im Einsatz. Gemeinsam mit einem Netz von ehrenamtlichen Biberberater/-innen, besteht deren Aufgabe aus Beobachten und Erfassung der Biberreviere, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung im Konfliktfall.

Der Nutria macht durch gelegentliche Schäden an Feldfrüchten auf sich aufmerksam. Der Umfang von Schäden in Bezug auf Grabungen in Uferbereichen, werden als unproblematisch eingeschätzt und seine Bestände sind gut kontrollierbar. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht wird positiv bewertet, dass der Nutria den Bisam in seiner Verbreitung zurückdrängt.

Die schwerwiegendsten Schäden verursacht dagegen der Bisam an Gewässern. Neben dem Dezimieren von Muschelvorkommen, kann er an Fluss- und Küstenregionen durch das Minieren von Dämmen und Deichen großen Schaden verursachen. An naturnahen Fließgewässern im Binnenland sind die Auswirkungen des Bisam zu vernachlässigen. Hier kann ihre Wühltätigkeit als Beitrag zur Herstellung der ursprünglichen Vielfalt in der Fließdynamik angesehen werden.